Mar 11: Donnerstag
Heute bin ich total gespannt zu meinem Therapeuten gegangen - schließlich hatte ich die nächste Hausaufgabe im Gepäck. ![]()
Dazu kann ich ganz kurz sagen: Es wird mich wundern, wenn er nächste Woche nicht damit beginnt. (Heute hatte er sich auf andere Themen vorbereitet und empfing mich gleich mit Fragen.)
War euch bewusst, dass das Wort Enttäuschung nicht umsonst so zusammengesetzt ist? Ent-täuschung ... das hat mich doch etwas nachdenklich gemacht. (Aber allein dem Wort Selbstmitleid stehe ich immer noch relativ hilflos gegenüber.)
Ich muss sagen, momentan macht mir mein Leben sogar richtig Spaß! Ich bin gespannt, was es für mich noch alles bereit hält. Ich habe zum ersten Mal nicht das Gefühl, allein unvollständig zu sein. Und ich bemühe mich derzeit bewusst, auf der positiven Seite des Lebens zu bleiben. (Diese Formulierung fand mein Therapeut richtig gut.) Es gelingt mal mehr, mal weniger gut.
Ich bin neugierig, wer ich bin und was mich ausmacht. Mein Doc fragte mich auch gleich: "Wer sind Sie?"
"Ich weiß nicht, wer ich bin. Haben Sie eine Antwort für mich?"
Wir haben uns angegrinst wie Lausbuben.
"Da bin ich jetzt aber richtig gespannt auf Ihre Antwort!"
"Sie sind kühl und strahlen eine gewisse Ruhe aus. Aber ich bin überzeugt davon, dass da noch viel mehr ist."
Ich hab` nur noch breiter gegrinst und weiß jetzt endlich etwas mit der Definition anzufangen.
Mich beeinflusst derzeit auch positiv, dass ich mir Ulfs Worte
... weil du eine Persönlichkeit bist, die mit Recht ins das Leben hinaustritt und sagt „Hier bin ICH!“. Ein Mensch, der absolut liebenswert ist. Eine auch innerlich wunderschöne Frau, die ihr Lebensglück leben will – und das Recht dazu hat. Eben einfach ein Mensch, der seinen Platz im Leben zurecht hat. ...
immer wieder bewusst mache. Ich hätte nie gedacht, dass sie mich eines Tages so im Gleichgewicht halten können.
Dazu kommt, dass ich furchtbar stolz auf mich bin, weil ich den Sport wirklich durchziehe. Danach bin ich ausgepowert und megaglücklich: Ich habe nicht gekniffen und ich habe es nur für mich getan. (Und kann dabei auch noch Frust rauslassen.)
Alles in allem kehrt bei uns wirklich immer mehr Ruhe ein.
Natürlich bin ich nicht nur gut gelaunt. Ich habe auch öfter Momente, in denen es mir nicht gut geht; aber derzeit kann ich sie beiseite schieben, bevor sie mich komplett runterziehen. Und ich hoffe sehr, dass nicht irgendwann-irgendwie-irgendwo ein dicker Absturz lauert ....
Mar 10: Mittwoch
Die Medikamentation lassen wir jetzt wie sie ist; ich kann nachwievor mein Bedarfsmedikament bis zu 4 x tgl (derzeit tgl 1-2x) nehmen.
Er hat hinterfragt, in welchen Situationen meine innere Unruhe auftritt und darüber ist er dann hinter das Geheimnis gekommen, dass ich nicht in der Lage bin, richtig Trauerarbeit zu leisten. Ich bin auch nicht in der Lage, mit mir selbst Mitleid zu haben.
(Der Doc fragte mich, ob ich in meiner Therapie bei meinem Arzt Raum habe bzw. haben kann, um die Trauer, Wut usw. aus dieser Situation aufzuarbeiten; den Gefühlen also Raum zu geben. Ich fand es richtig merkwürdig, als er mich fragte, ob ich es ernst meine mit meiner Antwort: "Was soll Dr. xx da schon machen können? Er kann da auch nichts machen." - aber die Frage wiederholte er dann noch einmal, es war ihm eindeutig sehr wichtig und vor allem ernst damit.)
Nun habe ich also meine 2. Hausaufgabe: mit meinem Therapeuten dieses Problem angehen! Ich weiß noch gar nicht, was ich dazu sagen soll oder wie ich dem überhaupt gegenüber stehe. Ich weiß nur eins: Diese Hausaufgabe scheint irgendwie mit der meines Therapeuten kompatibel zu sein. Ich habe den Eindruck, das hängt beides irgendwie zusammen. Und es erleichtert mich kein bisschen. Macht mir nur angst ...
Mar 3: Mittwoch
Jedenfalls bin ich mit dem Vorsatz, Spaß zu haben, hingegangen und den hatte ich deutlich. Manchmal musste ich mir ins Gedächtnis rufen, dass ich dort Aggressionen/Frust abbauen will - aber ich denke, das hat alles recht gut geklappt. Ich freue mich bereits auf nächste Woche. ![]()
Allerdings kann man es mit der Antiaggressionstherapie nicht vergleichen.
Mar 2: Dienstag
Gestern war ich mit beiden Helden zum Kinderarzt (Lucas brauchte sein Hypo-Impfung). Und danach sind wir ins Bettenlager - ich hatte mich nun doch für eine Truhe entschieden.
Ins Auto wurde sie uns ja noch verfrachtet (jaaha, die haben nette Verkäufer
) - Zuhause hab ich das dann reingeschleppt. Und ausgepackt. Selbst ist bekanntlich die Frau! ![]()
Tja, dann stand ich da ... mit wirrem Haar ... Hüüüülfe!!! Denkste - Hilfe kam natürlich nicht! Stattdessen habe ich es so gemacht, wie ich es von Ulf kenne: Alles auspacken und mit der Anleitung vergleichen.
Natürlich hatte ich das Glück, dass ein Teil fehlte und dafür ein anderes zuviel war. War mir dann aber auch egal; ich hab die Anleitung Stück für Stück abgearbeitet ... nur mit dem Deckel der Truhe bin ich überfordert (und habe nicht das richtige Werkzeug).
Und was gestern Abend noch super passte, sah heute früh leider ganz anders aus: die kippelt plötzlich!!! *ggrrrrrrrrrrrrr*
Nun hab ich die erst mal befüllt und an ihren Platz gestellt. Und nun wartet sie auf die rettende Hand.
(Und ich bin trotzdem noch immer stolz auf meine Leistung!
)
Gestern Abend meldete sich K. noch wegen einem Treffen. Also bin ich heute (das erste Mal seit der Tagesklinik) bei meinem Therapeuten gewesen ...
Ich hab ihm gesagt, ich will zukünftig parallel zur TK die Termine bei ihm wahr nehmen. Er dazu: "Das geht leider nicht. Man kann nur entweder ambulant oder stationär diese Termine wahr nehmen."
Ich: "Dann sage ich Ihnen nicht, wann ich in der TK bin und dann geht das."
Er hat nur noch gegrinst.
... und danach hab ich mich dann auf den Weg zum Strelapark zur Verabredung gemacht. Unterwegs fiel mir ein, A. `ne SMS zu schicken, dass ich auf dem Weg zu K. bin. Es kam keine Antwort. Aber als K. und ich unsere Eisbecher geleert hatten, tauchte er auf. Das fand ich richtig klasse. (Lockert die Situationen immer etwas auf.)
Morgen gehe ich zum ersten Mal zum Frauenboxen. Bin schon sehr gespannt und freue mich drauf.
Feb 27: Samstag
Letzte Woche trafen wir uns bei K. Dieses WE haben wir das Treffen bei mir angesetzt. Aber es war fast klar: nur M. wird kommen. (A. hat sich dazu noch gar nicht weiter geäußert; er wird wohl auch nicht kommen. Die Jungs kennen ihn immer noch nicht; er kam zum Frühstück nicht ran.)
Egal: Morgen kommt M. und sie ist echt meine beste Freundin. Wir haben uns gesucht und gefunden. Instinktiv weiß ich immer richtig einzuschätzen, was M. gerade braucht. (Das sagte sie mir.) Wir wollen zusammen backen, vielleicht etwas basteln und es uns auf jeden Fall gut gehen lassen. ![]()
K. möchte sich nächste Woche mit mir treffen; schauen wir mal, ob wir einen gemeinsamen Termin finden.
Bei Jappy habe ich mich von den Mädels überreden lassen, mein Bild auszutauschen. Das hat mir richtig Bauchschmerzen bereitet! (Auf dem vorherigen erkannte mich wenigstens niemand.) Wie auch immer: Es gibt dort sogar richtig nette Männer, mit denen das Flirten Spaß macht.
Allerdings schaffen es die wenigsten, mich zum Lachen zu bringen. Aber wenn ... es macht einfach nur Spaß.
Heute hatte ich jedenfalls einen sehr guten Tag. Bis auf die enorme Unruhe am Nachmittag ging es mir blendend. (Morgen werde ich zeitig mein Bedarfsmedikament nehmen oder 50 mg Prolong einwerfen und schauen, ob das funktioniert. Die Seroquel machen immer so müde - kein Wunder, dass die anderen sie als Schlaftablette bekommen.)
Die Jungs waren heute zum Bowlen - ihre erste Einladung zum Kindergeburtstag seit dem Umzug. Und natürlich waren sie wahnsinnig stolz darauf!
Ich habe heute - seit Jahren!!!!! - einen Rock angezogen und fühlte mich damit so wohl, dass ich ihn draußen spazieren trug.
Nun werde ich mir weitere Röcke zulegen und ich freu mich schon drauf. Und der tolle Nebeneffekt: Es wirkt sogar gegen Naschsucht! ![]()

Feb 22: Montag
Heute war ich in der TK; hab mir `nen Caro gemacht und mit den anderen geklönt. Die Schwester gab mir gleich die Medis für M., da sie immer noch mit der Grippe kämpft.
Danach dann Termin beim Doc. Die Prolong werden nun anders dosiert: 200 mg zur Nacht und 100 mg morgens, weil ich die quälende Unruhe morgens noch immer habe und die Seroquel nur eine Notlösung sein soll.
In 2 Wochen habe ich wieder Termin.
Zur Hausärztin werde ich morgen nochmal. Ich hab eine Empfehlung fürs Frauenboxen mit auf den Weg bekommen; zum Aggressionsabbau - klingt echt verlockend. Und meine Ärztin wird mir das sicherlich verordnen (da vom Facharzt empfohlen).
Anschließend war ich kurz bei M., ihre Medis abliefern.
A. rief mich heute Mittag an; es herrsche Schweigen an den Tischen in der TK! Tja, mir wurde schon vor ca. 6 Jahren gesagt, nachdem ich weg war, war nur noch Schweigen. Kein Lachen, nichts mehr. Irgendwie scheint sich das hier zu wiederholen.
Habe vorhin mein Bedarfsmedikament genommen. Habe extreme (Spannungs-) Kopfschmerzen und könnte einfach nur noch heulen. Bärchi fehlt mir dermaßen, das ist echt extrem ... Ich kann`s nur nicht ändern. Jedes Wort wäre zuviel und solange er seine Fehler nicht (ein-) sieht, macht es keinen Sinn.
Feb 19: 28. Tag
Das war er nun - mein letzter Tag für diesen Durchgang.
Es ist für mich schon komisch gewesen, von allen solch ein positives Feedback zu bekommen. Ein liebevoll ausgesuchtes und verpacktes Geschenk zur Erinnerung bekam ich mit auf den Weg ... aber ich sehe wenigstens die Hälfte meiner Gruppe privat wieder. (Heute war M. zum ersten Mal bei mir und morgen sind wir "in Clique" zum Kaffee bei K.
)
Außerdem habe ich Montag Termin beim Doc und werde deshalb gleich zum Frühstück erwartet.
(Heute waren auch wieder einige ehemalige Mitpatienten bei der ambulanten Ergo und danach stundenlang bei uns.
)
Ich habe heute Bilanz in der Gruppenstunde gezogen: Ich fühle mich beiweitem nicht mehr so labil wie zu Beginn der Thera. Außerdem habe ich gestern Abend entschieden, nicht mehr an meiner Beziehung festzuhalten. (Ich leide deshalb jetzt zwar unter enormen Kopf- und Bauchschmerzen, aber das hatte ich auch immer, wenn es nicht zu 100% gut lief. Das wird sich hoffentlich bald geben.) Jetzt zähle erst einmal ich! Sobald ich jemand anderes focussiere, bleibe ich nämlich wieder auf der Strecke und dann werde ich meine Grenzen nie richtig wahrnehmen können - und dann war alles strampeln, um es bis hierher zu schaffen, für die Katz`.
Als Folgetermin wurde der 31.5. festgehalten.
Vermissen werde ich das, was mich quasi anfangs die Augen verdrehen ließ: unser "Frühsport" = Spaziergang. Das habe ich mittlerweile "unsere Schnatterzeit" getauft, weil ich unsere Gespräche dabei einfach nur genoss.
Wir haben Möwen, Enten und Schwäne gefüttert und ich fand es immer wieder faszinierend, dass die Enten (und manchmal sogar die Möwen) auf den Rücken der Schwäne rumliefen.
Feb 18: Ergo
Feb 18: 27. Tag
Der Tag hatte es heute wieder in sich: eine Gruppenstunde, die nicht sehr einfach war (ich versuchte dabei ganz erfolgreich, mich einfach "außen vor" zu lassen); dann waren wir Eis essen ...
Es war richtig gut, dass A. da war und danach mit in die Klinik kam, denn als wir zurück waren stellte sich heraus, dass Kr. sich wieder geschnitten hatte. Ich habe deshalb unser gemeinsames Wochenende abgesagt und kam mir dabei so schäbig vor. A. nahm mich einfach in den Arm und sagte mir, dass ich gar nicht anders handeln kann.
Kr. suchte später noch das Gespräch mit mir und wir haben sehr gut klären können, dass wir beide in dieser Situation nicht anders handeln können und keine der anderen einen Vorwurf macht. Das hat uns beide sehr beruhigt.
Dann habe ich in der außer-der-Reihe-Ergo entschieden, dass ich keine zweite Randfarbe dazu nehmen werde. K. wird morgen eine Klebepistole mitbringen (die aus der Ergo taugen nichts) und dann kann ich es endlich fertig machen.
Bei der Visite wurde nun geklärt, dass ich in 3 Monaten wieder in die Behandlung gehen werde - und ich habe dort nochmal angesprochen, dass ich mir eine ambulante Antiaggressionstherapie wünsche.
Wie mit der Medikamentation verfahren wird, werde ich Montag erfahren; da habe ich einen ambulanten Termin beim Doc.
Feb 17: 26. Tag
Heute bin ich etwas später zur Klinik gefahren. Die Mädels wurden schon unruhig. *lächel*
In der Ergo hat das neue Bild den ersten Rand-Anstrich bekommen.
In der Antiaggressionstherapie habe ich erstaunlicherweise meine Gedanken sortieren können - und habe Ch. danach nicht den Raum verlassen lassen, was sich als richtig herausstellte. (Ich weiß noch, wie schlecht es mir nach meiner ersten Thera ging und wie sehr ich die positive Runde danach brauchte, um wieder auf die Beine zu kommen.)
Die KBT hat Spaß gemacht. Es ging um Vertrauen. Ich bin eigentlich sehr überrascht, dass ich anderen so blind vertrauen konnte und mich dabei noch wohl und sicher fühlte ...
Dann grüble ich immer noch über die gestrigen Worte meiner Psychologin nach; ich sei doch auch einen ganzen Teil gesund und nicht nur krank - sie war froh, dass ich in der Gruppenrunde dabei war und K. aufgefangen habe mit meiner verständnisvollen und einfühlsamen Art.Heute kam sie auf mich zu; ich solle mich darauf einstellen, dass Freitag mein letzter Tag ist. Nun ist noch zu klären, wie das mit der Medikamenteneinstellung laufen soll. Dafür hat sie jetzt wohl den Doc zu Freitag für mich in die Klinik bestellt ...
Die anderen Mädels können sich noch gar nicht vorstellen, wie es dann ohne mich sein wird. Am liebsten würden sie streiken. *grins* Aber ich bin ja nicht aus der Welt.
Ich habe jetzt mal angeregt, dass das Antiaggressionstraining ambulant durchgeführt werden solle; das wäre für mich optimal. Ich habe einfach das Gefühl, ich brauche das für mich. Es hilft mir immer irgendwie etwas weiter ...

Kommentare
Mon, 08.03.2010 17:18
Wow - das sieht ja total süß a us. Ich weiß - wir Männer steh en da nicht so besonders drauf ... Aber meine Frau würd [...]
Sat, 06.03.2010 20:35
Hsllo Süße, das Geschenk ist der Hammer. Da hat sich jeman d richtig mÜHE GEMACHt. Ich fi nde solche Geschenke sin [...]
Sat, 06.03.2010 10:24
Frauenboxen ist ansich ebenso wie Männerboxen, nur dass es h ier eine reine Frauengruppe is t. (ausgenommen der Trai [...]
Sat, 06.03.2010 10:15
Hey - von Frauenboxen habe ich ja noch nie etwas gehört. Sin d das dann spezielle Übungen o der was ist der Untersch [...]
Sat, 06.03.2010 05:28
lies mal das: http://petersbl og.1on.de/archives/131-Die-Tra urigkeit.html